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Pädagogisches Konzept

Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL)

Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird in der Schulanfangsphase ( Klassenstufen 1 und 2) an unserer Schule in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (JüL) unterrichtet, d.h. Erst- und Zweitklässler lernen und arbeiten zusammen. Zurzeit gibt es sechs JüL-Gruppen, jeweils zwei Gruppen stehen drei Räume zur Verfügung, die miteinander durch große Flügeltüren verbunden sind. Sechs Lehrerinnen und sechs Erzieher/-innen sind für die zurzeit 144 Kinder im Alter zwischen 6 und 8 Jahren zuständig. Jeweils zwei Lehrerinnen bilden ein festes Team, das die Unterrichtsvorhaben gemeinsam plant, etwa zeitgleich durchführt und dabei von zwei Erzieher/-innen, die auch im Hort- und VHG-Bereich die Kinder betreuen, unterstützt wird.

Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) verlangt ein hohes Maß an Differenzierung und Individualisierung, um den unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder gerecht zu werden.

Jahrgangsübergreifendes Lernen bedeutet,

  •  dass Kinder selbstständiges Lernen erlernen und damit eine Schlüsselqualifikation in unserer Gesellschaft erwerben,
  •  dass den Kindern unterschiedlich viel Zeit zugestanden wird, um die beiden Schuljahre zu durchlaufen („individuelle Verweildauer“),
  •  dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff bearbeiten,
  •  dass Kindern dort geholfen wird, wo Schwächen oder Verzögerungen deutlich werden,
  •  dass Kinder in ihren besonderen Begabungen bestärkt und unterstützt werden. 

Unterschiedlichste Unterrichtsmaterialien aus allen Fächern, auf die die Kinder selbstständig zugreifen können, regen zum Nachdenken und Entdecken an. Auch das veränderte Sozialgefüge in einer JüL-Gruppe hat einen sehr hohen Stellenwert.

 

Die „Kleinen" 

 haben durch das Patenprinzip einen Ansprechpartner, der ihnen in der ersten Zeit in der Schule bei organisatorischen und räumlichen Problemen zur Seite steht;

  •  lernen von den „Großen“, schauen sich Verhaltensweisen ab und interessieren sich für deren Lernstoff;
  • übernehmen spielerisch durch Nachahmung die Regeln des Zusammenlebens in einer Lerngruppe;
  • erlernen die grundlegenden Arbeitstechniken und den sachgerechten Umgang mit Arbeitsmaterialien mit ihren „großen“ Mitschülern.

 

Die „Großen“

  •  lernen und vertiefen respektvollen, rücksichtsvollen und hilfsbereiten Umgang mit ihren Mitschülern;
  • wiederholen, festigen und vertiefen bereits angerissene Lernfelder;
  • üben sich in ihrem sprachlichen Ausdrucksvermögen, indem sie ihre Arbeitsergebnisse präsentieren, in gemischten Gruppen Lernstrategien erforschen und  Aufgabenstellungen und Arbeitstechniken an die jüngeren Mitschüler übermitteln;
  • gewinnen an Selbstbewusstsein und –sicherheit durch die Vorbildstellung in der Lerngruppe.

  

Lernstandsfeststellung am Schulanfang

Zur Feststellung der Lernausgangslage unserer Schulanfänger/-innen in den Bereichen Sprache und Mathematik verwenden wir in den ersten sechs Schulwochen folgendes Material:

Lernausgangslage Berlin (LauBe), LISUM Berlin

 

Integration der Erzieher/-innen in den Anfangsunterricht

Eine wichtige Komponente des jahrgangsübergreifenden Lernens (JüL 1 / 2) an der Halensee-Grundschule ist die Bildung von Klassentandems, bestehend aus einer Lehrer/-in und einer Erzieher/-in. In der Schulanfangsphase (Saph) unterstützen die Erzieher/-innen die jeweilige Lehrkraft ca. 9 Std. pro Woche während des Unterrichts in ihren festen JüL-Gruppen.  Die festen Klassentandems gewährleisten für die Schüler/-innen Kontinuität, da die Erzieher/-innen ebenfalls für die Kinder in der Hort- und Hausaufgabenbetreuung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Die Erzieher/-innen werden aktiv in den Unterricht eingebunden, indem gemeinsam eine pädagogische Konzeption entwickelt wird, die eine klare Aufgabenbeschreibung, die Abstimmung über pädagogische Inhalte sowie die Unterrichtsbegleitung umfassen. In einer einmal wöchentlich stattfindenden Kooperationsstunde ergibt sich Zeit für Teamabsprachen (z.B. zwischen den Klassentandems JüL 1 und JüL 2). Dies kann die Koordination gemeinsamer Elternabende und Elterngespräche, gemeinsamer Ausflüge und der Vorbereitung von Klassen- und Schulfesten sowie Unterrichtsprojekten dienen.

Darüber hinaus nehmen die Erzieher/-innen an wichtigen Gremien der Schule teil (Schul-, Gesamt-, Fachkonferenzen, Studientagen).

 

 

SchulhofHausaufgaben

Ein für uns sehr wichtiger pädagogischer Schwerpunkt der offenen Ganztagsschule ist die Hausaufgabenbetreuung. Alle Hortkinder haben nach Absprache die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben sorgfältig zu erledigen und erhalten dabei die notwendige Hilfe. Die Hausaufgabenbetreuung findet in festgelegten Räumen statt.

Arbeitsgemeinschaften

Für die Schülerinnen und Schüler werden zeitlich begrenzte oder projektartige (z.B. aus dem künstlerischen Bereich)  Arbeitsgemeinschaften (AGs) angeboten. Die verschiedenen AG-Angebote ermöglichen eine größtmögliche Abwechslung, um viele Kinder zu erreichen.

 

 

Sprachförderung

JüL

Kinder mit Förderbedarf aus je drei JüL-Klassen werden zusammengefasst und erhalten je zwei Wochenstunden Sprachförderunterricht parallel zum Unterricht. In Absprache kann der Unterricht im Einzelfall kooperativ erteilt werden.

Ziel:    Wortschatzaufbau und Aufbau/Festigung einfacher Satzstrukturen (Grundlagenbildung).

 

Klassen 3/4

Kinder mit Förderbedarf werden zusammengefasst und erhalten zwei Wochenstunden Sprachförderunterricht parallel zum Unterricht.

Ziel:    Wortschatzerweiterung und Ausbau/Festigung von Satzstrukturen und Grammatikregeln (Erweiterung der Sprachkompetenz).

 

Klassen 5/6

Kinder mit Förderbedarf werden zusammengefasst und erhalten eine  Wochenstunde Sprachförderunterricht parallel zum Unterricht. 

Ziel:    Verbesserung der mündlichen/schriftlichen Ausdrucksfähigkeit, stilistische Übungen, Reflektieren und Anwenden von Sprachregeln (Festigung/Erweiterung der Sprachkompetenz).

 

Die schulinterne Fachkonferenz Sprachförderung findet regelmäßig statt.  Informationen der Bezirksfachkonferenz werden hier und in anderen Fachkonferenzen weitergegeben. Damit wird Sprachförderung als integraler Bestandteil in allen Fächern gestützt.

Innerhalb der Fachkonferenz Sprachförderung und in Zusammenarbeit mit der Fachkonferenz Deutsch wird erarbeitet:

  • Sprachförderunterricht als Teil des Schulprogramms
  •  Sprachförderunterricht im schulinternen Curriculum

 

Leitlinien 

  •  Ausgangspunkt ist der individuelle Förderbedarf
  • Motivation entscheidet über Lernerfolg ( Lernszenarien)
  • Sprachförderunterricht ist integraler Bestandteil jedes Unterrichts

 

Inhaltliche Strukturen 

Der Sprachförderunterricht erfolgt auf der Grundlage des Rahmenplans. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenbildung im JüL-Bereich (vier Stunden), wobei die Schüler/-innen in der Regel auf einem Basiswortschatz aufbauen und einfache Satzmuster anwenden können. Im Mittelpunkt stehen Aus- und Aufbau des Wortschatzes und Erweiterung der Satzstrukturen. Die Erzieher/-innen des Schulhortes und der VHG unterstützen die Spracharbeit am Nachmittag. Dazu soll ein Konzept entwickelt werden.

Eine Zusammenarbeit mit der schuleigenen Bücherei „Lesefisch“ ist geplant. Auch die Zusammenarbeit mit der Sprachförder-Lernwerkstatt wird angestrebt.

 

 

 

Unterrichtsmethoden

Während der sechsjährigen Grundschulzeit erfahren die Schüler/-innen in unterschiedlichen Unterrichtsformen die der jeweiligen Unterrichtssituation optimal entsprechenden Unterrichtsmethode. Entscheidungsrelevant für die Wahl einer Unterrichtsmethode sind folgende pädagogische Überlegungen:

  • Durch welche Methoden lassen sich die Lerninhalte am effektivsten transportieren?
  • Welche Methode unterstützt die Strukturierung der Lerninhalte?
  • Mit welcher Unterrichtsform lassen sich die Lernziele erreichen?
  • Welche Methoden erlauben die Gegebenheiten des Stundenplans?
  • Wie korrespondiert die Unterrichtsform mit den Lerntypen und Lernvorlieben der Schüler?
  • Welche Methoden werden dem Sozialgefüge der Schüler gerecht?

Die wichtigsten Unterrichtsmethoden - der Frontalunterricht, der offene Unterricht, der epochale Unterricht sowie der Werkstattunterricht - werden an der Halensee-Grundschule praktiziert und sollen im Folgenden skizziert werden.

 

Frontalunterricht:

Diese Unterrichtsmethode besteht zunächst aus einem Lehrervortrag mit anschließend forschend – entwickelndem Unterricht.  Die Intention des Lehrervortrags ist es, durch Fragen Denkanstöße zu geben und nicht etwa die Ergebnisse ausformuliert zu präsentieren. Alle Schüler können mit der gleichen Aufgabenstellung - jedoch differenziert - beschäftigt sein. Außer der Einzelarbeit sind ebenfalls die Sozialformen Gruppenarbeit und Partnerarbeit mit eingeschlossen.

 

Offener Unterricht:

Bei dieser Methode wird ein Unterricht durchgeführt, der die Kinder mit ihren Lernmöglichkeiten, Einstellungen und Begeisterungen für eine Sache in den Mittelpunkt stellt. Den Kindern wird eine weitgehende thematische, räumliche, zeitliche und personale Offenheit gewährt. Realisiert  wird der Offene Unterricht in folgenden Organisationsformen:

  • Wochenplan
  • Stationenlernen
  • Werkstatt
  • Freiarbeit
  • Projektunterricht 

 

Epochaler Unterricht:

In der 5. und 6. Klasse werden die Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde epochal unterrichtet. Der Vorteil besteht darin, dass die Unterrichtsinhalte intensiv und ohne größere zeitliche Abstände bearbeitet werden können.

 

Werkstattunterricht:

Diese Unterrichtsmethode ermöglicht den Schülern anhand geeigneter Aufgabenstellungen und Reflexionsphasen innerhalb des vorbereiteten Materials selbständig bestimmte Lernziele zu erreichen. Sie schlägt sich nieder z.B. in der

  • Lesewerkstatt
  • Schreibwerkstatt
  • Mathematikwerkstatt
  • sachkundlichen Themen
  • künstlerischen Werkstätten.

 

Die Werkstattarbeit ist geprägt von folgenden Unterrichtsprinzipien:

  • hoher Selbständigkeitsgrad
  • handlungsorientierte Aufgabenstellungen
  • Möglichkeiten der Selbstkontrolle des Schülers
  • fächerübergreifende Lernangebote
  • abschließende Präsentation von Lernwegen bzw. –ergebnissen

 

 

Schulgebäude

Wahlpflichtunterricht (SPUK)

Der Schwerpunkt „Lesen“ soll auch in den Schuljahren 5 und 6 durch schülergerechte Wahlangebote gefördert werden. Es handelt sich um Wahlpflichtunterricht, der der Stärkung dieses schulinternen Schwerpunktes dient (nach GsVO).  Dafür wählen die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen aus drei parallelen Angeboten aus. In der 6. Klassenstufe werden zwei verschiedene Wahlmöglichkeiten angeboten. Den Schüler/-innen werden Vorschläge z.B. in Form von Schreib- oder Lesewerkstätten sowie im Bereich der Medienarbeit gemacht. Im Rahmen der schulinternen Kompetenzen entscheiden sich die Schüler/-innen für ein Angebot des Wahlpflichtunterrichts.

 

 

Sprachstandsfeststellung

Vor der Aufnahme in die Schule wird der Sprachstand der Kinder durch den Test Deutsch-Plus festgestellt und bei den Lernanfängern wird die Lernausgangslage  (LauBe) ermittelt. Am Anfang der 3. Klasse erfolgt eine weitere Sprachstandsüberprüfung (Schroedel „Werkstatt Deutsch Einstufungshilfe“) als Hilfe zur gezielten Förderung. Am Ende der 4. Klasse wird sie wiederholt, um den Lernzuwachs festzustellen. Hinzu kommt die Beurteilung der Klassen- und Fachlehrerinnen. In Absprache aller beteiligten Lehrer/-innen erfolgt die Bedarfsermittlung der Schüler/-innen ebenso wie der inhaltliche Förderbedarf.

 

 

Differenzierungs- und Fördermaßnahmen für Klasse 1 bis 6

Zusätzlich zu binnendifferenzierenden Komponenten im Unterricht findet an der Halensee-Grundschule in den Fächern Deutsch und Mathematik Förderunterricht in Form eines so genannten Förderbandes, d. h. vor dem Regelunterricht, statt. Der Förderunterricht erfolgt in klassenübergreifenden Kleingruppen. Zur Feststellung des Bedarfs an darüber hinausgehenden Förder- und Differenzierungsmaßnahmen verwenden wir im Fach Deutsch zum Ende des Schuljahres die „Lernzielorientierten Prüfverfahren für den Bereich Rechtschreibung“ (LW 1 sowie Hamburger Schreibprobe) und zur Überprüfung der Lesefähigkeiten den „Stolperwörter Lesetest“.

Zusätzlich findet Sprachförderung für Kinder nicht deutscher Herkunftssprache in klassenübergreifenden Gruppen parallel zum Regelunterricht in „Deutsch als Zweitsprache“ statt.

 

 

Leistungsbeurteilung

Die Fachkonferenzen beraten zu Beginn eines Schuljahres sowohl über Anzahl, Art und Umfang schriftlicher Lernerfolgskontrollen als auch über deren Gewichtung sowie den Anteil der mündlichen Leistungsnachweise zur Leistungsbeurteilung im jeweiligen Fach. Die Beschlussfassung über die Vorschläge erfolgt in der Gesamtkonferenz, sofern sich Änderungen zum Vorjahr ergeben.

 

 

Konzept zur Vermeidung von Unterrichtsausfall

Unser Konzept zur Vermeidung von Unterrichtsausfall folgt folgenden Prinzipien:

  • weitgehende Vermeidung von Unterrichtsausfall
  • transparente Gestaltung der Vertretungsregelung
  • gleichmäßige Belastung der Kolleginnen und Kollegen

 

Organisatorische Gestaltung des Vertretungsunterrichts

Alle organisatorischen Möglichkeiten für die Vermeidung von Unterrichtsausfall werden ausgeschöpft. Nach Möglichkeit steht von Montag bis Freitag jeweils eine Kollegin bzw. ein Kollege auch in der ersten Stunde mit Vertretungsbereitschaft zur Verfügung. Lehrkräfte können in Form von ein bis drei Bereitschaftsstunden zur Vertretungsbereitschaft herangezogen werden – jedoch nicht mehr als zwei Stunden pro Woche ohne Absprache. Bei Vertretungsbedarf kann die Teilung von Lerngruppen aufgehoben werden – zuletzt in der Saph (Schulanfangsphase). 

Die Vermeidung von Unterrichtsausfall in der Saph und der Klasse 6 hat Vorrang vor der  Vermeidung von Unterrichtsausfällen in den übrigen Jahrgangsstufen.

Vertretungsunterricht wird in folgender Reihenfolge organisiert:

  • Mehrarbeit
  • Wegfall Teilung außer Saph
  • Anteilige Auflösung Sprachförderung/DaZ, Integrationsunterricht, LRS-Förderung und Sonstige
  • Einsatz Erzieher (Betreuung), wenn diese planmäßig einer Klasse zugeteilt sind
  • Wegfall Teilung Saph

Auch Sprachförderung/DaZ und Randstunden werden anteilig vertreten. Im Fall anfallender Vertretungsstunden werden grundsätzlich Kolleginnen/Kollegen eingesetzt, die regulär in der Klasse unterrichten – wenn möglich. Die Eintragung der Unterrichtsinhalte in die Klassenbücher erfolgt regelmäßig, damit sich Kolleginnen/Kollegen im Vertretungsfall schnell über den Stand der Stoffvermittlung informieren können. Bei einer voraussichtlichen Erkrankungsdauer einer Lehrkraft von bis zu 10 Arbeitstagen wird die Vertretung durch schulinterne Maßnahmen organisiert. Zeichnet sich eine voraussichtliche Erkrankungsdauer einer Lehrkraft von mehr als 10 Arbeitstagen ab, wird nach Möglichkeit über das Personalkostenbudget eine Kollegin/ein Kollege um befristete Aufstockung gebeten, bzw. eine befristete Vertretung eingestellt.

 

Pädagogisch- inhaltliche Gestaltung des Vertretungsunterrichts

  •  Vertretungsunterricht soll in seiner Zielsetzung dem Fachunterricht entsprechen.
  • Die Arbeitspläne aller Lehrer/-innen sind für Kolleginnen/Kollegen frei zugänglich.
  • Vertretungsunterricht ist in der Regel fachlich und inhaltlich Unterricht auf der Grundlage der erarbeiteten Stoffverteilungspläne.
  • Die fachgerechte Vertretung der Fächer Deutsch, Mathematik und Sprache hat Vorrang.

Projekte

Unser Schwerpunkt

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Team

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